Ein Tag eines COPD-Betroffenen & TCM

COPD im Alltag

Aus jahrzehntlanger Erfahrung mit COPD Patienten weiß ich als Sporttherapeut ganz genau, wo im COPD-Alltag der Schuh drückt.

Dieser Blogbeitrag soll die Erfahrungswerte der klassischen Schulmedizin und die der östlichen TCM (traditionelle chinesische Medizin) zusammenführen und ergänzen.

Ich möchte das BESTE aus diesen beiden Heilrichtungen herauspicken, um auch Deine bestmögliche Therapie zu gewährleisten.

Bei COPD ist eines ganz wichtig: Erleichterung des Alltags!

Sowohl chronisch obstruktive Bronchitis (kurz COPD) als auch schlecht behandeltes Asthma können zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Alltag führen. Medikamente können dabei helfen, die Leistungseinschränkung zu reduzieren. Eine wichtige Unterstützung ist dabei das 3000 Jahre alte Wissen der TCM (traditionelle chinesische Medizin).

In der TCM unterscheidet man nicht, ob es sich um chronisch obstruktive Bronchitis, Asthma bronchiale oder obstruktives Lungenemphysem handelt. Die TCM hat ein anderes Verstehen und Deuten von Krankheiten- mehr Ganzheitlich einfach.

Mein COPD-Alltag

Dieser Blogbeitrag gibt praktische Tipps und Anregungen für COPD-Patienten, die genau dort Unterstützung bieten, wo Patienten sonst oft sich selbst überlassen sind: im Alltag zu Hause.

Guten Morgen

Der Morgen ist für Patienten und Patientinnen mit COPD oft nicht leicht. Atemnot und Husten treten hier besonders oft auf. Manchmal ist es mühsam, wieder „in Gang“ zu kommen. Doch mit einigen einfachen Tricks und Tipps kann der Morgen auch für Dich entspannt und angenehm beginnen.

Morgendliche Atemnot nicht aufkommen lassen!

Leichter gesagt als getan, aber recke, strecke und dehne Dich noch im Liegen. So kommt der Kreislauf in Schwung und es erfolgt keine zu plötzliche Belastung, die zu Husten und Atemnot führen kann. Nimm Deine Medikamente direkt im Liegen ein. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, mit dem Aufstehen zu warten, bis die Wirkung eintritt.

Was für Gesunde reine Routine ist, kann für Menschen mit COPD sehr anstrengend sein. Die Rede ist vom Duschen oder Waschen im Badezimmer. Mit einigen Tipps und Hilfsmitteln wird die tägliche Körperpflege jedoch deutlich einfacher.

Folgende Hilfsmittel erleichtern das Duschen und Waschen. Zudem lassen sich damit Bewegungen vermeiden, bei denen der Brustkorb komprimiert und das Atmen erschwert wird (nach vorne neigen, bücken).

Duschstuhl oder Wannensitz (diese sind zum Teil verordnungsfähig)

Nutze einen Schwamm mit verstellbarem Griff oder einen Waschlappen mit zwei Bändern (selber machen oder in Läden für Pflege-, Reha-  oder Seniorenbedarf kaufen).
Zwischen den Zehen wäschst Du Dich ohne Bücken, indem Du einen kleinen Schwamm oder Lappen mit Griff verwendest.

Anziehen und Ausziehen

Das An- und Ausziehen wird mit COPD oft doppelt zum Problem: Zum einen ist es anstrengend. Zum anderen fällt es Gesunden oft gar nicht auf, wie oft man sich bücken muss und welche „Verrenkungen“ dabei notwendig sind. Dabei sollten COPD-Patienten aber jegliche Kompression der Lunge durch Bücken oder Beugen des Oberkörpers vermeiden. Mit einigen Hilfsmitteln und Tipps wird das Ankleiden aber deutlich leichter und bald auch für COPD-Patienten zu einer Routine.

Mit diesen nützlichen Helfern bleibt das An- und Ausziehen von Schuhen und Kleidung für COPD-Patienten auch bei fortgeschrittener Erkrankung selbständig und ohne Atemnot möglich:

  • Anziehhilfen mit längerem oder kürzerem Griff, mit oder ohne Greifer. Finde heraus, was Du persönlich für welchen Handgriff benötigst.
  • Lange Schuhlöffel zum Anziehen der Schuhe.
  • Im Handel sind verschiedene Anziehhilfen für Socken erhältlich. Tipp: Vorher ausprobieren, mit welcher Du am besten zurechtkommst.
  • Elastische Schnürsenkel machen vorhandene Schnürschuhe zu Slippern.

Ernährung (Klassisch & TCM)

Die Ernährung beeinflusst bei COPD-Patienten und -Patientinnen die Überlebensrate und den Verlauf der Erkrankung. Die optimale Ernährung hängt davon ab, welcher Patiententyp Du bist und wie die Krankheit bei Dir ausgeprägt ist.

Untergewicht wirkt sich generell negativ auf den Krankheitsverlauf und auf die Überlebensrate aus, während Übergewicht andere Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlafapnoe begünstigt.

Bei COPD wird durch die erschwerte Atmung mehr Muskelarbeit für das Atmen benötigt. Die Ernährung soll einem Muskelabbau entgegen wirken.

Eiweißreiche Kost ist gut für den Muskelaufbau

Ideal sind Kombinationen aus Kohlenhydraten und leicht verdaulichem Eiweiß. Beispiele: Kartoffel mit Ei oder Getreide mit Milchprodukten (Müsli mit Joghurt, Brot mit Käse).

Auch eine entsprechende TCM-Ernährung hilft bei chronischen Lungenerkrankungen.

Die chinesische Arzneimittelkunde kennt über 7000, meist pflanzliche Arzneimittel, von denen etwa 500 ständig verwendet werden. Der Schwerpunkt der chinesischen Phytotherapie liegt auf Mischpräparaten von fünf bis fünfzehn unterschiedlichen Substanzen, die für Deine persönliche Mischung von einer auf TCM spezialisierten Apotheke hergestellt werden. Durch die Kombination der einzelnen Präparate werden alle Deine Symptome in nur einer Mischung an Kräutern behandelt.

Bewegung

Studien zeigen, dass Bewegung und Sportübungen den Verlauf einer COPD-Erkrankung maßgeblich verbessern können. Sie erhalten die Lebensqualität, steigern die Atemreserven und wirken dem Auftreten von Atemnot entgegen. Deshalb gehören Bewegung und (gemäßigter) Sport inzwischen begleitend zu fast jeder COPD-Therapie dazu, um einen Abbau von Muskeln und des Herz-Kreislauf-Systems entgegen zu wirken.

Das klassische Training bei COPD setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Kraftübungen, Ausdauerübungen und einem Atemmuskeltraining.

In der Chinesischen Medizin wird das wunderbare Qi Gong und/oder Tai Chi durchgeführt. Das sind Bewegungen, die geradezu ideal für COPD-Patienten sind, weil sie ganz langsam und bedacht ausgeführt werden.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten in der TCM sind Akupunktur und Tuina-Massagen.

Tipps für unterwegs

  • Passe Dein Gehtempo und Pausen an Deine körperliche Verfassung an.
  • Anhaltspunkt für das richtige Gehtempo: Zwei Schritte durch die Nase einatmen, drei bis vier Schritte mit Lippenbremse ausatmen.
  • Nutze die vorhanden Parkbanken für Pausen.
  • Bei Atemnot kannst Du auch eine Böschung, eine Mauer, einen Laternenpfahl, einen Ampelmasten, ein Verkehrsschild oder ein parkendes Auto nutzen, um Dich abzustützen und mit Lippenbremse einige Atemzüge zu machen.

Bei stärkerer Atemnot: Sauerstoffzufuhr am Gerät entsprechend anpassen und eine längere Pause machen.

Gute Nacht

Nach einem langen Tag hast Du Dir Deine Nachtruhe redlich verdient. Stelle beim Schlafengehen sicher, dass Du alles hast, was Du für eine ruhige und entspannte Nacht brauchst, damit Du ausgeruht in den nächsten Tag starten kannst.

Was den Nachtschlaf verbessert

Kalt schlafen gilt als gesund. Andererseits führt zu kalte Luft zu Verspannungen und kann die Atemwege reizen. Ideal sind 18-20°C.

Die Luftfeuchtigkeit sollte im Schlafzimmer 50-60% betragen. Zu trockene Luft trocknet die Schleimhäute aus. Zur Befeuchtung Wasserschalen aufstellen oder ganz einfach Wäsche zum Trocknen im Schlafzimmer aufhängen. Vorsicht bei elektrischen Luftbefeuchtern oder Verneblern: Darin können sich schnell Keime bilden.

Das Alles ist kurz zusammengefasst ein Tag eines COPD-Erkrankten.

Für weitere Hilfe und Tipps stehe ich Dir gerne zur Verfügung. Ich nehme Dich an die Hand und begleite Dich persönlich mit 1:1 Beratungen, in denen wir alles Step by Step umsetzen.

Mein Basic-Programm besteht aus 4 Einzelstunden à 60 min. per Skype. In lockerer, entspannter Art üben wir gemeinsam.

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Roland Bruck